Privat aktuell
Natürliche Hausmittel bei Erkältung: Was wirklich hilft und wissenschaftlich belegt ist
Wenn die Nase läuft und der Hals kratzt, greifen viele Menschen zu bewährten Hausmitteln. Doch welche natürlichen Helfer sind tatsächlich wirksam? Die gute Nachricht: Wissenschaftliche Studien bestätigen die Wirksamkeit vieler traditioneller Erkältungsmittel. Von Hühnersuppe über Ingwertee bis zu Honig – wir zeigen Ihnen, welche Hausmittel evidenzbasiert gegen Erkältungssymptome helfen und wie Sie sie richtig anwenden.
Honig: Natürlicher Hustenstiller mit antibakterieller Wirkung
Honig zählt zu den am besten untersuchten Hausmitteln bei Erkältung. Seine entzündungshemmenden Inhaltsstoffe und antibakterielle Wirkung können bei Reizungen im Rachen Linderung verschaffen. Die Süße kurbelt die Schleimproduktion an, was einen strapazierten Hals feucht hält und bei Halsschmerzen hilft.
Besonders effektiv ist Honig gegen nächtlichen Erkältungshusten bei Kindern. Am besten lässt man ihn bei Halsschmerzen pur und langsam im Mund zergehen. Alternativ kann er in warmen Tee gegeben werden. Wichtiger Hinweis: Kinder unter einem Jahr dürfen keinen Honig erhalten, da er Bakterien enthalten kann, die für Säuglinge gefährlich sind.
Ingwer: Die scharfe Wunderknolle aus der Traditionellen Medizin
Ingwer wird seit Jahrhunderten in der Traditionellen Chinesischen Medizin und im Ayurveda eingesetzt. Die wertvollen Inhaltsstoffe wie Gingerole wärmen von innen und entfalten ihre Wirkung besonders gut in Heißgetränken. Ingwer soll durchblutungsfördernd, entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken.
Für eine Tasse Ingwertee übergießen Sie ein bis zwei dünne Scheiben frischen Ingwer mit 200 Milliliter heißem Wasser und lassen den Tee fünf Minuten ziehen. Bei Bedarf kann mit Honig und Zitrone ergänzt werden, was die Wirkung verstärkt und für einen angenehmen Geschmack sorgt.
Hühnersuppe: Mehr als nur Omas Geheimtipp
Die klassische Hühnersuppe ist tatsächlich mehr als ein Placebo. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Hühnersuppe entzündungshemmende Eigenschaften besitzt und die Beweglichkeit bestimmter weißer Blutkörperchen hemmt, was Entzündungsprozesse reduziert. Zudem liefert sie wertvolle Nährstoffe, Flüssigkeit und Wärme.
Die Kombination aus heißer Flüssigkeit, Dampf, Salz und Gewürzen kann Schleim lösen und die Atemwege befreien. Für die optimale Wirkung sollte die Suppe frisch zubereitet und mit viel Gemüse ergänzt werden.
Salzwasser: Einfach und effektiv
Gurgeln mit Salzwasser wirkt wie ein natürliches Antiseptikum. Es spült Krankheitserreger aus dem Rachenraum und lässt die Schleimhäute abschwellen. Lösen Sie einen halben Teelöffel Salz in einem Glas warmen Wasser auf und gurgeln Sie damit mehrmals täglich.
Auch Nasenspülungen mit Kochsalzlösung sind wissenschaftlich anerkannt. Eine Salzkonzentration von 0,9 Prozent entspricht dem natürlichen Salzgehalt unseres Körpers. Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger werden von den Schleimhäuten gespült, die Nase wird befreit und das Sekret kann abfließen.
Inhalieren: Wohltat für gereizte Atemwege
Dampfinhalationen befeuchten die angegriffenen Atemwege und lösen festsitzenden Schleim. Füllen Sie eine Schüssel mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser, halten Sie den Kopf darüber und legen Sie ein Handtuch über Kopf und Schüssel. Atmen Sie die warmen Dämpfe 5 bis 10 Minuten ein.
Als Zusätze eignen sich Kamillenblüten, Salbei oder Thymian. Vorsicht bei ätherischen Ölen: Sie können bei Säuglingen und Kleinkindern die Atemwege reizen und sollten in diesen Altersgruppen nicht verwendet werden.
Kräutertees: Natürliche Heilkraft trinken
Verschiedene Kräutertees haben spezifische Wirkungen bei Erkältungssymptomen. Salbei enthält ätherische Öle mit antibakterieller Wirkung und eignet sich besonders bei Halsschmerzen. Thymian wirkt schleimlösend und krampflösend bei Husten. Kamille beruhigt gereizte Schleimhäute und wirkt entzündungshemmend.
Die empfohlene Trinkmenge bei Erkältungen liegt bei 2 bis 3 Litern täglich. Warme Getränke sind dabei besonders wohltuend und fördern die Durchblutung.
Zwiebel: Natürliches Antibiotikum
Zwiebeln enthalten Allicin, ein schwefelhaltiges ätherisches Öl mit antimikrobieller Wirkung. Ein selbstgemachter Zwiebelsirup kann bei Husten helfen: Eine große Zwiebel würfeln, mit Zucker bestreuen und eine Stunde zugedeckt ziehen lassen. Den entstandenen Saft teelöffelweise einnehmen.
Auch bei Ohrenschmerzen kann ein Zwiebelsäckchen Linderung verschaffen. Die erwärmten Zwiebeln werden in ein Baumwolltuch gewickelt und auf das schmerzende Ohr gelegt.
Wärme und Ruhe: Unterschätzte Heilfaktoren
Ein warmes Vollbad (35-38 Grad) kann bei den ersten Erkältungsanzeichen die Abwehrkräfte unterstützen und hilft, die Atemwege durch aufsteigende Dämpfe zu befeuchten. Bei Fieber sollte jedoch auf das Baden verzichtet werden.
Der wichtigste Faktor für eine schnelle Genesung ist ausreichend Ruhe. Der Körper benötigt Energie zur Bekämpfung der Erreger. Stress und körperliche Anstrengung sollten vermieden werden, um eine Verschleppung der Erkältung zu verhindern.
Wann Hausmittel nicht ausreichen
Hausmittel können Symptome lindern, ersetzen aber bei schweren Verläufen keine ärztliche Behandlung. Suchen Sie einen Arzt auf bei Fieber über 39 Grad oder Fieber länger als drei Tage, starker Atemnot, eitrigem oder blutigem Auswurf, anhaltenden Ohrenschmerzen oder wenn sich die Symptome nach einer Woche nicht bessern.
Link: Quelle
Schreiben Sie einen Kommentar und beteiligen Sie sich an der Diskussion