Kompressionsbinden – Für sichere Kompressionstherapie und Wundversorgung
Kompressionsbinden sind medizinische Textilien zur Erzeugung eines definierten Drucks auf Gliedmaßen. Sie kommen in der Therapie venöser und lymphatischer Erkrankungen sowie in der postoperativen Versorgung zum Einsatz. Die Binden üben einen dosierten Druck aus, der den venösen Rückfluss fördert und Ödeme reduziert. Sie sind ein zentrales Element der Kompressionstherapie und der modernen Wundbehandlung. Ihre korrekte Anwendung erfordert Fachwissen, um einen optimalen Therapieerfolg zu gewährleisten und Komplikationen zu vermeiden.
Die Produktpalette umfasst Kurzzugbinden, Langzugbinden und Mehrkomponentensysteme. Kurzzugbinden erzeugen einen hohen Arbeitsdruck bei geringem Ruhedruck und eignen sich für die Therapie. Langzugbinden bieten hohe Elastizität für die Fixierung. Zubehör wie Polster- und Schaumstoffbinden schützt die Haut und verteilt den Druck gleichmäßig. Die Auswahl richtet sich nach Indikation, gewünschtem Druckprofil und Patienten-Compliance. Materialien wie Baumwolle, Viskose oder synthetische Fasern beeinflussen Tragekomfort und Haltbarkeit.
In der Anwendung folgen Kompressionsbinden dem Prinzip der abnehmenden Druckgradiente von distal nach proximal. Die korrekte Wickeltechnik ist entscheidend für Wirkung und Verträglichkeit. Sie werden in der chirurgischen Nachsorge, bei chronisch-venöser Insuffizienz (CVI), Lymphödemen und zur Thromboseprophylaxe eingesetzt. Die Bandagierung erfolgt auf trockener, intakter Haut oder über Wundauflagen. Regelmäßige Kontrolle der Durchblutung und Sensibilität ist obligat. Die Binden müssen täglich neu angelegt werden, es sei denn, es handelt sich um Dauerverbände.
Qualitative Kompressionsbinden erfüllen medizinische Normen wie DIN EN ISO 13485 für Medizinprodukte. Sie sind hautfreundlich, atmungsaktiv und in der Regel latexfrei. Die Deklaration des Ruhe- und Arbeitsdrucks gemäß RAL-GZ 387/1 ermöglicht eine standardisierte Auswahl. CE-Kennzeichnung und Konformität mit der Medizinprodukteverordnung (MDR) sind verpflichtend. Hochwertige Binden zeigen auch nach mehreren Waschgängen eine konstante Elastizität und Formstabilität. Dies ist für den langfristigen Therapieerfolg und die Wirtschaftlichkeit essenziell.
Technische Parameter umfassen Materialzusammensetzung, Dehnbarkeit in Prozent, Länge, Breite und Farbgebung. Die Dehnbarkeit klassifiziert die Binde: Kurzzug (<70%), Mittelzug (70-140%) und Langzug (>140%). Breiten von 6, 8, 10 und 12 cm sind gängig. Die Länge variiert je nach Anwendungsgebiet (Arm oder Bein). Einige Modelle verfügen über integrierte Druckanzeiger oder sind als kohäsive Binden ohne Klebeverbindung ausgeführt. Die Sterilität ist für den direkten Wundkontakt erforderlich und entsprechend gekennzeichnet.
Die Verfügbarkeit umfasst Einzelbinden in verschiedenen Größen sowie praktische Verpackungseinheiten und Sets. Für die Praxisorganisation sind übersichtliche Aufbewahrungssysteme in den Verbandschränken empfehlenswert. Die Lagerung sollte trocken und vor Licht geschützt erfolgen, um die Materialeigenschaften zu erhalten. Ein breites Sortiment an Markenprodukten und Eigenmarken gewährleistet für jede Praxis und Klinik die passende Versorgungslösung zu einem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis.