Dekubitus bleibt eine der häufigsten Komplikationen in der stationären und ambulanten Pflege. Jährlich entwickeln Tausende Patienten druckbedingte Hautschädigungen, die vermeidbar wären. Mit den richtigen Hilfsmitteln und konsequenter Prophylaxe lassen sich Druckgeschwüre effektiv verhindern. Die Bedeutung präventiver Maßnahmen wächst, besonders bei immobilen und multimorbiden Patienten.
Risikofaktoren erkennen und bewerten
Die Dekubitusentstehung wird durch mehrere Faktoren begünstigt: eingeschränkte Mobilität, Mangelernährung, Inkontinenz und Durchblutungsstörungen. Pflegekräfte sollten bei jeder Neuaufnahme eine systematische Risikoeinschätzung durchführen. Standardisierte Skalen wie die Braden-Skala helfen, gefährdete Patienten frühzeitig zu identifizieren.
Besondere Aufmerksamkeit erfordern Körperstellen mit geringer Weichteildeckung: Fersen, Steißbein, Schulterblätter und Hinterkopf. Regelmäßige Hautinspektionen gehören zum Pflegestandard und müssen dokumentiert werden.
Antidekubitus-Hilfsmittel im Überblick
Moderne Wechseldruckmatratzen reduzieren den kontinuierlichen Druck auf gefährdete Hautareale. Sie arbeiten mit wechselnden Luftkammern, die den Auflagedruck permanent verändern. Für leichtere Fälle eignen sich Schaumstoffmatratzen mit Druckverteilungseigenschaften.
Lagerungskissen und Positionierungshilfen unterstützen die Umlagerung nach dem 30-Grad-Konzept. Mikrolagerungen alle zwei Stunden entlasten die Haut und fördern die Durchblutung. Fersenschoner und Ellenbogenpolster schützen besonders exponierte Stellen.
Hautpflege und Ernährung
Trockene oder feuchte Haut erhöht das Dekubitusrisiko. Spezielle pH-neutrale Pflegeprodukte erhalten die natürliche Hautbarriere. Bei Inkontinenz sind moderne Hautschutzsalben mit Zinkoxid oder Dexpanthenol unverzichtbar.
Eine eiweißreiche Ernährung fördert die Hautregeneration. Mangelernährte Patienten benötigen zusätzliche Nahrungssupplemente mit Vitaminen und Spurenelementen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt die Hautelastizität.
Schulung und Qualitätsmanagement
Alle Pflegekräfte müssen in Dekubitusprophylaxe geschult sein. Neue Mitarbeiter sollten praktische Einweisungen in Lagerungstechniken erhalten. Regelmäßige Fallbesprechungen helfen, präventive Maßnahmen zu optimieren und aus kritischen Situationen zu lernen.
Fazit
Dekubitusprophylaxe erfordert ein ganzheitliches Konzept aus Risikoeinschätzung, geeigneten Hilfsmitteln und konsequenter Pflege. Investitionen in Qualität schützen Patienten vor vermeidbarem Leid und Einrichtungen vor Haftungsrisiken.
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