Medizin-Blog
Steigende Fälle multiresistenter Keime: Neue RKI-Daten und Konsequenzen für die Praxis-Hygiene
Einleitung: Aktuelle Entwicklung bei multiresistenten Erregern
Das Robert Koch-Institut verzeichnet in seinem aktuellen Surveillance-Bericht einen signifikanten Anstieg von Infektionen mit multiresistenten Erregern (MRE) in ambulanten und stationären Einrichtungen. Besonders besorgniserregend ist die Zunahme von ESBL-bildenden Erregern und Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) in deutschen Praxen und Kliniken.
Neue RKI-Daten: Wo die größten Herausforderungen liegen
Laut dem aktuellen Bericht des RKI zeigen sich regionale Unterschiede in der MRE-Verbreitung, wobei insbesondere dicht besiedelte urbane Gebiete betroffen sind. Die Übertragung erfolgt häufig über kontaminierte Hände, medizinische Geräte und Flächen. Besonders problematisch ist die Zunahme von Erregern mit Resistenzen gegen Reserveantibiotika.
Hygienemaßnahmen: Basismaßnahmen konsequent umsetzen
1. Händehygiene als zentrale Säule
Die konsequente Händedesinfektion bleibt die wichtigste Einzelmaßnahme zur Prävention von MRE-Übertragungen. Besonders nach Patientenkontakt und vor aseptischen Tätigkeiten muss auf die korrekte Durchführung geachtet werden.
2. Flächendesinfektion intensivieren
Oberflächen in Patientennähe stellen ein erhebliches Kontaminationsrisiko dar. Die regelmäßige Flächendesinfektion von Türgriffen, Liegen, Untersuchungsstühlen und medizinischen Geräten ist essenziell.
3. Instrumentenaufbereitung überprüfen
Eine korrekte Aufbereitung von Medizinprodukten ist entscheidend. Die Instrumentendesinfektion muss nach aktuellen Standards durchgeführt werden, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden.
Spezielle Maßnahmen bei MRE-Patienten
- Persönliche Schutzausrüstung: Konsequenter Einsatz von Einmalhandschuhen und Schutzkitteln
- Patientenisolierung: Räumliche Trennung bei bekannten MRE-Trägern
- Reinigungspriorisierung: Besondere Aufmerksamkeit bei der Desinfektion nach MRE-Patientenkontakten
- Screening: Gezielte Testung bei Risikopatienten
Organisatorische Anpassungen in der Praxis
Neben den technischen Hygienemaßnahmen sind strukturelle Anpassungen notwendig:
- Hygienepläne aktualisieren: Anpassung an die aktuellen RKI-Empfehlungen
- Personalschulungen intensivieren: Regelmäßige Unterweisungen zu MRE-Prävention
- Ressourcen planen: Ausreichende Bereitstellung von Desinfektionsmitteln und Schutzkleidung
- Dokumentation: Lückenlose Erfassung von MRE-Nachweisen
Wirtschaftliche Aspekte: Prävention vermeidet hohe Folgekosten
Die Zunahme multiresistenter Erreger führt zu erheblichen Mehrkosten im Gesundheitssystem. Investitionen in umfassende Hygienemaßnahmen sind wirtschaftlich sinnvoll, da sie teure Krankenhausaufenthalte und aufwändige Therapien vermeiden. Die konsequente Anwendung von Hygiene-Maßnahmen stellt eine kosteneffektive Präventionsstrategie dar.
Fazit: MRE-Prävention als kontinuierliche Aufgabe
Der Umgang mit multiresistenten Erregern erfordert ein kontinuierliches und umfassendes Hygienemanagement. Durch die konsequente Umsetzung von Basishygiene, speziellen Schutzmaßnahmen und organisatorischen Anpassungen können medizinische Einrichtungen zur Eindämmung der MRE-Verbreitung beitragen. Angesichts der aktuellen RKI-Daten ist eine verstärkte Aufmerksamkeit für dieses Thema dringend geboten.
Quelle: Robert Koch-Institut (RKI): Bericht zur Verbreitung von multiresistenten Erregern in Deutschland, Surveillance-Daten 2025.
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