Fachbeiträge für Praxis und Pflege · Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit

Inkontinenz: Formen und Versorgung in der Einrichtung

Welches Material passt, hängt von Art und Menge des Urinverlusts ab, von der Mobilität und vom Zustand der Haut. Ein Überblick für Pflege und Praxis.

Inkontinenz gehört in vielen Einrichtungen zum Alltag und bleibt für Betroffene ein sensibles Thema. Gute Versorgung heißt, das passende Material zu finden und die Haut zu schützen. Ursache und Behandlung klärt die Ärztin oder der Arzt, dieser Beitrag behandelt die Auswahl der Hilfsmittel.

Häufige Formen der Harninkontinenz

  • Belastungsinkontinenz: Urinverlust etwa beim Husten, Lachen oder Heben.
  • Dranginkontinenz: plötzlicher, starker Harndrang, der nicht rechtzeitig kontrolliert werden kann.
  • Mischinkontinenz: Merkmale beider Formen.
  • Überlaufinkontinenz: Urin läuft bei übervoller Blase ab, oft in kleinen Mengen.
  • Funktionelle Inkontinenz: Die Toilette wird zum Beispiel wegen eingeschränkter Mobilität nicht rechtzeitig erreicht.

Für die Versorgung ist diese Einordnung wichtig, denn sie beeinflusst Menge, Zeitpunkt und Hilfsmittel.

Welche Produkte wofür?

Situation Geeignete Produktgruppe
Geringer Urinverlust, mobil Einlagen und Vorlagen
Mittlerer Verlust, selbstständig Pants, die wie Unterwäsche getragen werden
Hoher Verlust, Pflege im Bett Inkontinenzslips und Vorlagen mit Fixierhose
Bettschutz Einmal- oder waschbare Bettunterlagen

Vergleichen Sie Herstellerangaben zur Saugstärke und achten Sie auf die richtige Größe. Zu große Produkte schließen schlecht ab, zu kleine drücken. Die Auswahl finden Sie unter Inkontinenz, Pflege und Therapie.

Hautschutz gehört dazu

Dauerhafte Feuchtigkeit belastet die Haut. Wechseln Sie Material rechtzeitig, reinigen Sie schonend und trocknen Sie die Haut gründlich ab. Waschhandschuhe erleichtern die Körperpflege im Bett. Hautveränderungen sollten Sie dokumentieren und ärztlich abklären lassen, auch im Hinblick auf die Dekubitusprophylaxe.

Beobachten und festhalten

Für die ärztliche Abklärung und die richtige Materialauswahl hilft eine kurze Beobachtung über einige Tage: Wann geht Urin ab? Wie viel ungefähr? Was geschah kurz davor? Auch Trinkmenge und Toilettengänge gehören dazu. Für die Pflege gibt es dazu den Expertenstandard „Förderung der Harnkontinenz“ des DNQP. Oft zeigt sich dabei, dass Kleinigkeiten viel bewirken: ein kürzerer Weg zur Toilette, Kleidung mit einfachem Verschluss oder feste Toilettenzeiten.

Menge realistisch planen

Wie viele Produkte am Tag gebraucht werden, hängt von Trinkmenge, Mobilität und Saugstärke ab. Saugstärkere Produkte können Wechsel sparen, ersetzen aber nicht den rechtzeitigen Wechsel bei Stuhl oder Hautproblemen. Testen Sie neue Produkte erst mit kleiner Menge und halten Sie fest, was bei welcher Person gut funktioniert. Das erleichtert auch die Übergabe im Team.

Wenn ein Katheter vorgesehen ist

Die Entscheidung für eine Harnableitung trifft die Ärztin oder der Arzt. Für die Pflege wichtig ist dann das passende Zubehör, etwa Urinbeutel. Wie das System gehandhabt wird, legen die Vorgaben Ihrer Einrichtung fest.

Eigenschutz in der Pflege

Das Waschen inkontinenter Patienten nennt die TRBA 250 ausdrücklich als Tätigkeit mit möglichem Kontakt zu Körperausscheidungen. Dafür sind flüssigkeitsdichte, ungepuderte und allergenarme medizinische Handschuhe vorgesehen.

Ein Kontakt mit Ausscheidungen ist bei der Pflege von Menschen mit Inkontinenz laut TRBA 250 zu erwarten. Die Regel führt das auch bei der Schutzkleidung als Beispiel an, deshalb gehört eine Einmalschürze griffbereit dazu.

Respekt zählt: Sprechen Sie mit Betroffenen über Wünsche und Gewohnheiten. Eine Versorgung, die zum Tagesablauf passt, wird besser angenommen.

Welche Warengruppen eine Einrichtung sonst regelmäßig braucht, zeigt der Beitrag Pflegebedarf für Einrichtungen.

Beispiele für die aufsaugende Versorgung sind die ABENA Light Premium Inkontinenzeinlagen. Was Einrichtungen darüber hinaus brauchen, zeigt die Seite für Pflegeheime und Pflegedienste.

Quellen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information für Fachkreise und wurde nach bestem Wissen erstellt. Er ersetzt keine rechtliche oder medizinische Beratung im Einzelfall. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Vorschriften und die Angaben der Hersteller. Für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr.

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