Die Digitalisierung des Gesundheitswesens nimmt 2025 Fahrt auf. Das E-Rezept ist mittlerweile flächendeckend eingeführt, die elektronische Patientenakte wird ausgebaut und die Telematikinfrastruktur verbindet alle Akteure im Gesundheitssystem. Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser müssen ihre IT-Systeme anpassen und Mitarbeiter schulen.
E-Rezept als neuer Standard
Seit Anfang 2024 ist das elektronische Rezept verpflichtend. Patienten erhalten keinen rosa Papierzettel mehr, sondern einen digitalen Code auf ihr Smartphone oder eine Gesundheitskarte. In der Apotheke wird das E-Rezept eingescannt und das Medikament ausgegeben. Der Prozess soll Fälschungen verhindern und die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöhen.
Die Umstellung verlief nicht ohne Probleme. Technische Störungen, komplizierte Bedienung und fehlende Akzeptanz bei älteren Patienten erschwerten den Start. Mittlerweile funktioniert das System stabiler, und auch Pflegeheime können E-Rezepte für Bewohner verwalten.
Elektronische Patientenakte und Datenschutz
Die elektronische Patientenakte (ePA) speichert Befunde, Arztbriefe, Medikationspläne und Laborwerte zentral. Patienten haben jederzeit Zugriff und können Informationen für Ärzte freigeben. Dies verbessert die Behandlungsqualität, besonders bei chronischen Erkrankungen oder mehreren behandelnden Ärzten.
Datenschutzbedenken bleiben ein wichtiges Thema. Patienten müssen selbst entscheiden, welche Daten gespeichert und für wen sichtbar sein sollen. Die Opt-out-Lösung sorgt dafür, dass automatisch eine ePA angelegt wird – wer dies nicht wünscht, muss aktiv widersprechen.
Telematikinfrastruktur und Konnektoren
Die Telematikinfrastruktur (TI) ist das sichere Netzwerk, das alle Gesundheitseinrichtungen verbindet. Arztpraxen benötigen einen Konnektor, der die lokalen Systeme mit der TI verbindet. Über diesen laufen E-Rezept, ePA, Notfalldaten und künftig auch digitale Gesundheitsanwendungen.
Die Installation und Wartung der Konnektoren verursacht Kosten und Aufwand. Praxen müssen regelmäßig Software-Updates einspielen und die IT-Sicherheit gewährleisten. Technischer Support und Schulungen sind unerlässlich, um den laufenden Betrieb sicherzustellen.
Telemedizin und digitale Gesundheitsanwendungen
Videosprechstunden haben sich etabliert und werden auch nach der Pandemie weiter genutzt. Besonders für chronisch Kranke, ländliche Regionen und Kontrolltermine bietet Telemedizin Vorteile. Die Abrechnung ist inzwischen unkomplizierter geworden.
Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) wie Apps zur Diabetesbehandlung oder psychologischen Betreuung können von Ärzten verschrieben werden. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für zertifizierte Apps, die nachweislich einen medizinischen Nutzen haben.
Fazit
Die Digitalisierung revolutioniert das Gesundheitswesen. E-Rezept, ePA und Telematikinfrastruktur schaffen mehr Effizienz und Sicherheit. Der Transformationsprozess erfordert Investitionen und Umdenken, bietet aber langfristig erhebliche Vorteile für alle Beteiligten.
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